Kanuclub Brugg
Kanuclub Brugg

Anmerkung 1: Obwohl dies keine offizielle Clubtour war (und somit kein Tourenbericht erfordert), soll doch der Tradition Ehre erwiesen werden, die Aufklärung der Rümligverschlafer stattfinden und der Schwimmer seine Strafe mit Demut ausführen.

Anmerkung 2: Ich war wohl zu sehr mit der Anhimmlung meines Bootes beschäftigt, dass mich die Mikro Querwalze in den Mini Rücklauf hinüber versetzte und ich so sehr mit meiner neuen Spritzdecke beschäftigt war, dass Eskimotieren derweilen ein Fremdwort war, an das mich erst ein leicht belustigter Herr Züger erinnerte. Ehrlich, das Schliessen der Spritzdecke ist meist schon das schwierigste Hindernis auf einem Bach, aber von dem Auftun unter Wasser! will ich gar nicht erst reden. Hätte ich gewusst, dass dies so schwierig ist, müsste ich nun nicht den Tourenbericht schreiben, Eskimotieren ist definitiv leichter!

"Die Rümlig ist ein Zulauf der Kl. Emme, wird im Kanuführer mit einer 4 ½ angegeben, (Deutschland bis 5 ) wobei die kurze Schlucht eigentlich alle schwierigeren Stellen enthält. Der Bach ist nur anfangs Frühling befahrbar oder nach längeren Regenperioden."

Samstag, per Zufall trifft man sich an der Badiwelle, schaut in den nahezu perfekten Wasserstand und bedauert, dass leider alle schon andere Verabredungen haben als hier das Hochwasser zu geniessen. Aber morgen, so wird beschlossen, soll es auf den Rümlig gehen… 5 Daheimgebliebene (Augsburg stand auf dem Programm) hatten sich schon für einen Sonntagstrip gemeldet.

Sonntag, beim der Ausbootungsstelle, treffen sich nun alle, und da Zügi ganz dringend um 6 wieder daheim zum Essen sein will (ein waschechter Kanute) geht es auch gleich los zum Einstieg. Zügi, der den Bach als einziger schon befahren hat, schätzt die Wassermenge auf doppelt so viel wie er es kennt, was mir wiederum Magenschmerzen bereitet. Aber schlussendlich, als alle Jungs den gleichen armen Baum geehrt haben und der Wasserstand dadurch noch höher ist wie mir scheint, steige auch ich in mein Boot und es geht ab.

Samstag, per Zufall trifft man sich an der Badiwelle, schaut in den nahezu perfekten Wasserstand und bedauert, dass leider alle schon andere Verabredungen haben als hier das Hochwasser zu geniessen. Aber morgen, so wird beschlossen, soll es auf den Rümlig gehe. 5 Daheimgebliebene (Augsburg stand auf dem Programm) hatten sich schon für einen Sonntagstrip gemeldet. Sonntag, beim der Ausbootungsstelle, treffen sich nun alle, und da Zügi ganz dringend um 6 wieder daheim zum Essen sein will (ein waschechter Kanute) geht es auch gleich los zum Einstieg.

Zügi, der den Bach als einziger schon befahren hat, schätzt die Wassermenge auf doppelt so viel wie er es kennt, was mir wiederum Magenschmerzen bereitet. Aber schlussendlich, als alle Jungs den gleichen armen Baum geehrt haben und der Wasserstand dadurch noch höher ist wie mir scheint, steige auch ich in mein Boot und es geht ab.

Gleich am Anfang kommt das erste Wehr. Zügi voraus, mit vollem Vertrauen dass es keinen richtigen Rücklauf hat, und wir, (Michel, Richi, Dani, Luc und Mel), hinterher mit vollem Vertrauen in unseren Vormann. Der erste Teil des Baches besteht aus Wehren und den Abschnitten dazwischen, die mehr aus Steinen als aus Wasser bestehen. Das Paddel von Zügi zeigt sich immer wieder nach einer der zahlreichen Gefällsbremsen, was uns schliessen lässt, dass alles ok ist. Immer wieder gibt es holzige Hindernisse, die etwas gemeiner sind als die Stufen. So springt man doch mal in die Fangärme von lauernden Monstern, aus denen man von den Kollegen wieder freigekämpf wird, muss den Kopf vor der rauen Haut solcher quer über den Bach sonnenden Ungetümen unter dem Arm verstecken oder diese Holzriesen versperren einfach den ganzen Bach, so dass nichts anderes übrig bleibt als zu umtragen.

Immer wieder setzt sich einer von uns auf einen Stein, muss wieder runtergezogen werden oder mit Hand und Fuss sich loskämpfen. Ich werde langsam unterzuckert und verlange eine Pause, um meinen Schokoriegel genüsslich zu verdrücken. Zügi hat immer noch nicht so viel Erinnerung an den Bach, dass er die Zeit einschätzen kann. Aber eins steht fest: Wenn er am 6 daheim sein will, muss er nun schon fast fliegen können. Aber die voraussichtliche massive Verspätung kümmert ihn kaum, eben ein richtiger Paddler.

Die Weiterfahrt bringt gleich um die Ecke wieder zwei Duck-dich-Bäume. Ich fürchte um meine noch unzerkratzte Visage und Luc und Zügi müssen den Baum mit Kraft und Cleverness hochheben, damit auch ich unten durch komme. (Herzlichen Dank soll hiermit ausgesprochen werden). Kurz darauf verlässt uns der Fussgängerweg, der die ganze Zeit für einfache, jederzeit mögliche Ausbootung gesorgt hat und die Schlucht beginnt.

Eine durch Holz versperrte Stelle müssen wir umtragen - ein bisschen verstärktes Herzklopfen meinerseits - und als wir gerade so schön in der Schlucht festsitzen, bricht mein Paddel. Natürlich liegt das Ersatzpaddel schön an seinem Platz im Clubhaus, steile Wände umgeben uns links und rechts und ein paar anspruchsvollere Stellen liegen vor uns. Nachdem jeder ein paar Fluche von sich gegeben hat, darf ich Lucs Paddel fahren, er rockt nun die meisten Stellen im C1 Stil und rettet mich so aus meiner misslichen Lage. (Tausend Küsse als Dank!)

In der Schlucht umtragen ein paar von uns immer wieder mal eine schwierige Stelle, aber die meisten müssen doch von der einen oder anderen Person ausprobiert werden (obwohl, wo viele Stellen gibt es gar nicht!) Am Ende der Schlucht springen wir noch ein paar Gefällsbremsen, und schlussendlich gelangen wir alle zufrieden ans Ziel.

Wir sind uns einig, dass der Bach sich im gesamten gelohnt hat. Trotz der zum Teil sehr rumpligen Stellen der Rümlig. Nach eingehendem Bestaunen der vielen Kratzer in den doch mehrheitlich neuen Booten, treten wir dann den Heimweg an. Wir wollen ja Zügi's Essen nicht noch kälter werden lassen.

6. Juni 2004 - Rümlig - Mel Gwerder
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