
Harte Männer und heisser Glühwein schmelzen jeden Schnee
Es war Sonntag - der zweite Tag im neuen Jahr 2005, eisigkalt und der Nebel lag noch tief in den Gassen von Mellingen. Dort trafen sich die 4 tapferen und noch warmblütigen Musketiere des Kanu Club Bruggs und des Kanu Sport Zürich. Es waren die ehrwürdigen (keine Warmduscher) Reto, Karli, Mirjam und Stuti. Sie waren aus unerklärlicherweise die einzigen die sich in diesen frühen Morgenstunden einfanden, um an jener traditionellen Eskimofahrt teilzunehmen.
Nach kurzem umladen der Eskimoboote auf die jeweiligen Zugpferde galoppierten wir zu dem Start, welcher in Bremgarten seinen Anfang fand.
Nach einer kurzen Ansprache huschten alle Mitstreiter in die Eskimoboote (die Mehrheit der Teilnehmenden verwechselten diese Fahrt prompt mit einer Indianerfahrt und nahmen in offenen Indianerbooten teil).

Leider hatte man diesen Indianern bei der Ansprache vergessen mitzuteilen, dass kurz nach dem berüchtigten Honeggerwehr eine kurze und extrem wilde Stufe kommt. Klar konnten wir uns das Grinsen nicht verkneifen, als der halbe Indianerstamm schon das erste Winterschwimmen veranstaltete. (Okay! - es war schon ein bisschen gemein - aber so ist das Leben - wer nicht eskimotieren kann, der kann Boot fahren und braucht sicher keine Hilfe, wenn er schwimmt.)

Natürlich liessen wir uns durch diese alberne Indianeraktion nicht beirren (obwohl Karli wollte sich von diesen Faxen beinahe hinreisen lassen, jedoch konnte er sich wieder fangen und sah ein, dass es wirklich zu kalt ist, um mit den Indianern herumzuplanschen) und fuhren mit unseren sogenannten Eskimobooten weiter Richtung "Wienerli & Gemüsesuppe" Pause.
Natürlich gönnten wir uns bereits zwischendurch einen selber mitgenommen Kräutertee (Dank an Mirj) um die inneren Organe auch ja am Leben zu erhalten.

Viele Kurven, Stromschnellen und riesige Wasserfälle später passierten die tapferen Musketiere die Sulzer-Fähre und kämpften sich mit viel Schwung auf die Fischbacher Sandbank, wo auch schon die Suppe lockte. (Natürlich machten wir uns beim Ein -und Aussteigen nicht noch künstlich feucht…wir sind ja schliesslich keine Indianer --) siehe Bild unten).

Bei diesen Bildern wird uns wieder einmal mehr gezeigt, wie heikel eine Raubtierfütterung sein kann. (Schutzausrüstung ist ein absolutes Muss)
Aber bereits nach den ersten "Löffeln" konnte man dann jedem Musketier - ohne grosse Aufsicht - sein eigenes Fressnapfchen übergeben, welches jedes Musketier auch gerne vor der Kamera zur Schau stellte.

Bei dem unteren Photo ist deutlich zu erkennen, dass alle bereits bei der 2 oder 3 Portion angelangt sind und schon beinahe friedlich nebeneinander posieren können.

Nun mussten die vier stählernen Musketiere nur noch die berüchtigten Katerakte wie z.B. "Die grauenhaften Gnadenthaler Inseln", "Die unausweichliche und Rostspeiende Gnadenthaler Strassenbrücke", "Der in den Fluten stehende Elefantenstein" und natürlich die "Zischenden Schlitze der Mellinger Insel" und beinahe hätte ich den Ausstieg mit seinem heimtückischen "Steinlabyrinth" vergessen (wie kommt man ans Land ohne nasse Füsse zu kriegen).
Die Musketiere schlugen sich erfolgreich durch alle gestellten Aufgaben und freuten sich nun auf die trockenen und warmen!! Kleider.
So kam es - wie es kommen musste und man versöhnte sich mit dem Indianerstamm (War ja nur ein kleiner Lapsus - jeder kann mal schwimmen) und genoss in der "Eintracht" leckere Wiedergutmachungshörndli met Ghacktem und lauschte den abschliessenden Reden des Häuptling des Indianerstammes, des Ex-Häuptling des Indianerstammes usw. oder unterhielt sich einfach über neue und alte Zugtiere der Musketiere oder über neue Eskimoboote oder wie wir die Welt retten können vor den Schwimmern.
Gezeichnet "El Saxomino"
Special:
Danke an den Organisator "Kanu Club Tegelbach", für Ihre sehr gute Organisation des Essens und für die Idee der Spendengelder an unsere Mitmenschen in Südasien.