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Kanuclub Brugg
Kanuclub Brugg

Das gefrässige Schlucht-Monster beim Eingang der engen Klamm hatte nur gewartet auf einen ahnungslosen Kanuten wie mich. Ich hatte nicht den Hauch einer Chance als es mich ohne jegliche Vorwarnung mit samt Boot in die dunklen Tiefen seiner trübbraunen Behausung zog. Unendlich lange Sekunden vergingen bis ich gierig nach Luft schnappend und schwimmend endlich wieder auftauchte und versuchte mich aus den eisigen Klauen des Monsters zu befreien. Und mein erster Gedanke war: Verdammt, ich muss den Tourenbericht schreiben. Bling!

 

Aber nun mal der Reihe nach.

Das ganze geschah mitte Juli anlässlich des Berner-Oberland-Weekends, das am Freitagabend in Bern mit einer offiziellen Vorstandssitzung und einem sehr feinem Nachtessen unserer Liebenswürdigen Gastgeberin Sarah begann. Nach dem üppigen Mahl wurde zum Abschluss selbstgemachte Glace, Meringues und ein sehr ominöser Mohnkuchen serviert, dessen genaue Wirkung bis heute nicht restlos geklärt ist und durch den Blick des Hauseigenen High-Tech-flüssig-Kaleidoskops noch mehrfach verstärkt wurde. Bling!

Jedenfalls haben danach alle sehr tief geschlafen, vor allem Fredy, der dies wieder mal sehr lautstark durch heftiges baumfällen mitteilte.

Nach einigen Anlaufschwierigkeiten am nächsten Morgen etlicher unmotivierter Kanuten deren Stimmung aber bald besser wurde durch das reichhaltige Morgenessen ging’s dann Richtung Simmental. Beim umziehen besserte sich dann auch schlagartig das Wetter und die Sonne drückte sogar durch. Zu der illustren Gesellschaft gehörten Sarah, Fredy, Zügi, Pädi, Vale, Leesi und meinereiner. Ja, ihr habt richtig gelesen. Leesi, der alte Fuchs, gab uns nach ca.2 Jahren Paddelabstinenz wieder mal die Ehre und demonstrierte uns einmal mehr die Beweglichkeit seiner Handgelenke und dass 90°-Paddel auch heute durchaus noch ihre Berechtigung haben. Beim Einstieg hatte dann Fredy, dem seine viel zu flache Bootsnase schon lange nicht mehr gefiel, die tollkühne Idee sie mittels einer sich-senkrecht-von-einer-Brücke-in-die-Simme-stürzen-und-auf-dem-Grund-des-Bachbetts-aufschlagen-aktion kräftig aufzubiegen, was er unter lautem Gelächter diverser schaulustiger Kanuten dann auch prima hinkriegte. Bling!

Auf der Simme gab’s sonst keine weiteren Zwischenfälle und dank reichlich Wasser waren wir recht zügig unterwegs.

Nach einem weiteren Gourmet-Höhenflug unserer Star-Köchin, der ich an dieser Stelle nochmals herzlich danken möchte für die super Bewirtung, folgte der kulturelle Teil des Wochenendes: Pulp Fiction mit Beamer auf Grossleinwand! Wir haben alle sehr viel gelernt bei diesem Film hat er doch eine sehr interessante Handlung. Allerdings bin ich schon etwa in der Hälfte eingeschlafen und habe den Schluss verpasst.

 

Nach Unmengen ungesundem aber umso feinerem Zopf zum Morgenessen brachen wir am Sonntag auf um die Saane zu befahren. Leesi hatte uns inzwischen verlassen und auch Zügi wollte nicht mehr bei uns bleiben. Angeblich soll das mit einem mysteriösen weiblichen Geschöpf unbekannter Herkunft zu tun haben, welches seine Sinne dermassen durcheinanderbringt dass der arme kaum mehr klar denken kann. Dafür gesellte sich neu Lorenz zu unserer Gruppe. Zu sechst fuhren wir also Richtung Fribourg ins schöne Saanetal. Die Saane führte durch die anhaltenden Niederschläge mit ca. 23 kubik/s sehr gut Wasser. Das Saane-S und der Eingang zur dritten Klamm sahen jedenfalls nicht mehr so friedlich aus wie vor einer Woche bei nur 10 kubik hab ich mir sagen lassen als wir die beiden Stellen beim hochfahren besichtigten. Wie erwartet ging’s dann auch sehr flott und wellig voran auf der braunen Brühe! Das Saane-S meisterten alle gekonnt, nur Pädi in seinem jugendlichen Übermut musste wieder mal den Kaspar spielen und nach einer Eskimorolle die schwierige Stelle rückwärts befahren. Bling!

So kämpften wir uns bei nun einsetzendem Regen wacker voran und näherten uns dem wuchtigen Eingang zur dritten Klamm. Schon etwas Müdigkeit in den Knochen – bin ja auch nicht mehr der jüngste – hatte besagtes Monster leichtes Spiel mit mir, so dass ich die Klamm, die wir später ’little Zambesi’ tauften, ausserhalb meines Bootes durchschwamm. (Die Stelle ist übrigens im Flussführer mit einer V beschrieben!)

Sollte ich an dieser Stelle erwähnen dass ich kurz darauf ein zweites mal geschwommen bin? Ich glaube nicht. Jedenfalls war ich heilfroh als wir kurze Zeit später im kleinen Stausee bei Rossinière ankamen und in die warmen Kleider schlüpfen konnten. Nach einem kleinen Zwipf und einem Chriesisteiweitspuckwettbeweb den ich souverän gewann, spielten wir noch ein lustiges Spiel mit Vale. Dieser hatte aber überhaupt keine Lust mitzumachen, schade eigentlich.

 

Ah, diese Sache mit dem ’Bling!’ Hmmm, ich glaube das bleibt ein Insider! Nur so viel sei verraten: Hat etwas mit U96 zu tun :o)

12./13. Juli 2008 - Saane-Häubchen und Mohnkuchen (oder Simme/Saane zum Zeiten)   - Reto Widmer
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